• Christopher Maier

Definition und geschichtlicher Hintergrund der Fotogrammetrie

„Die Photogrammetrie ist ein Verfahren zur Vermessung von Objekten nach Lage und Form. Dabei werden die Messungen nicht direkt am Objekt, sondern indirekt auf Bildern des Objektes vorgenommen. Die Photogrammetrie ist deshalb ein Verfahren der Fernerkundung.“ (Vgl. Konecny, Lehmann 1984, S. 11).


Definition der Fotogrammetrie


Herr Dr. Dr.-Ing. Wilfried Lindner der Universität Düsseldorf veröffentlichte in seinem Buch „Digital Photogrammetry, Theory and Applications“ ein Beispiel, welches den ursprünglichen Nutzen der Fotogrammetrie darstellt. Er beschrieb ein Objekt, das nicht mehr existiert und auf einigen Bildern abgelichtet ist. Mit dem Maßstab der fotografischen Abbildungen entsteht die Möglichkeit für einen Betrachter, zwei unterschiedliche Datentypen zu erheben. Die qualitativen Daten beinhalten die Farbe, das Alter, die Formen etc. des Fotogegenstandes. Dagegen enthalten die quantitativen Daten die genauen Maße des Objektes.


Für Zweiteres bietet die Fotogrammetrie eine Methode, die entsprechenden Strecken, Flächen und Kubaturen zu berechnen.


Im übertragenen Sinn zeigt das Beispiel, dass die Fotogrammetrie ein Teilgebiet der Fernerkundung ist. Diese dient dazu, Oberflächen und Objekte zu vermessen, die für den Menschen nicht zugänglich sind. Technisch funktioniert die Fotogrammetrie nach dem Prinzip der Triangulation. Auf diese sind wir in unserem letzten Blogbeitrag „Messbare 3D-Modelle mittels Drohnentechnologie“ schon eingegangen. Im Grunde ist durch ein Foto ausschließlich die Berechnung von zweidimensionalen Koordinaten möglich. Mit einer weiteren Abbildung, aus einer anderen Perspektive, erweitert sich die Berechnungsmöglichkeit auf dreidimensionale Koordinaten. (Vgl. Lindner 2003, S. 12ff)


Entstehung der Fotogrammetrie


In den ersten Jahrzehnten der Fotogrammetrie wurden die Flächen- und Objektrekonstruktionen mittels teurer und komplizierter Instrumente auf optisch-mechanischem Weg berechnet. Mit der sogenannten „analogen Fotogrammetrie“ entstand die Berufsbezeichnung des fotogrammetrischen Operators. Die „schweizerische Zeitschrift für Vermessung, Kulturtechnik und Photogrammetrie“ veröffentlichte 1966 einen Artikel, der die Wichtigkeit dieses Tätigkeitsfeldes hervorhebt. „Die Photogrammetrie nimmt heute im Wirtschaftsleben aller Länder der Erde einen Platz ein, von dem sie nicht mehr wegzudenken ist; ganz gleich, ob es sich nun um die Herstellung von Karten in kleinen, mittleren oder großen Maßstäben handelt…“ (Vgl. Wey, 1966, S. 278)


Mit der Erfindung des Computers wurde die analoge Rekonstruktion durch die algorithmische ersetzt. Jahrelang wurden weiterhin mittels analoger Fotos die quantitativen Daten erhoben. Mit der Entwicklung der Digitalkameras, der Weiterentwicklung der PCs und der Verbesserung der algorithmischen Rekonstruktionen wurde das Zeitalter der heutigen Fotogrammetrie eingeläutet.


Wir beraten Sie gerne rund um die Möglichkeiten Fotogrammetrie im Baugewerbe.


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Quellen:

  • Lindner, W.(2003): Digital Photogrammetry, Theory and Applications. Berlin; Heidelberg: Springer- Verlag.

  • Konecny, G.; Lehmann, G. (1984): Photogrammetrie. Berlin; New York: Walter de Gruyter.

  • Wey, O.(1966): Die Schweizerische Schule für Photogrammetrie-Operateure St. Gallen. St Gallen: Schweizerische Zeitschrift für Vermessung, Kulturtechnik und Photogrammetrie = Revue technique suisse des mensurations, du génie rural et de la photogrammétrie.


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